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Mit veganer Rohkost abnehmen - die Vor- und Nachteile

Autor
Autor/in:
Klara Weigel (studierte Ernährungstrainerin)
geprüft von
geprüft von:
Manuela Lenuweit
Letzte Aktualisierung: 28. Januar 2022
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Ein veganer Speiseplan ist der erste Schritt in Richtung einer bewussten, tierleidfreien, ökologischen und darüber hinaus gesunden Ernährung. Doch geht es auch noch einen Schritt weiter? Und ob!
Vegane Rohkost ist für viele der heilige Gral, wenn es um das Thema Ernährung geht. Sie soll ein Maximum an Nährstoffen liefern, weitestgehend frei von Toxinen sein und dich in Windeseile dein Idealgewicht erreichen lassen. Doch ist Rohkost wirklich das Nonplusultra der veganen Ernährung?
Wir haben uns kritisch damit auseinandergesetzt und zeigen dir in diesem Artikel, was Rohkost wirklich bedeutet, wie du mit dieser Ernährungsweise kontrolliert Gewicht verlierst und welche Nachteile diese mit sich bringt.
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Was ist Rohkost überhaupt?

Das wichtigste zuerst: Rohkost definiert eine Ernährungsweise, die ausschließlich rohe Lebensmittel zum Verzehr erlaubt. Das heißt konkret, dass du keine deiner Nahrungsmittel über 42°C erhitzen darfst, bevor du sie zu dir nimmst.

Wie kommt es zu einem festgelegten Schwellenwert von 42°C? Ab dieser Temperatur werden allerlei Vitalstoffe eines Lebensmittels zerstört. Ähnlich wie beim Menschen, der ab 42°C Fieber in Lebensgefahr schwebt, sterben auch die wichtigsten Vitamine, nach Erreichung des Schwellenwertes, langsam ab.

Natürlich werden noch Geschmack, Textur und Makronährstoffe wie Fett, Kohlenhydrate und Eiweiße vorhanden sein, die feinen Mikronährstoffe wie Vitamine, Mineralien, Antioxidantien und sekundäre Pflanzenstoffe verlieren allerdings allesamt ihre Power.

Genau darin besteht daher das Geheimnis der Rohkost. All die erhaltenen Vitalstoffe werden nicht mehr zerstört, sondern stehen deinem Körper vollständig zur Verfügung.

Dies sei zum Grundsatz der Rohkosternährung erst einmal gesagt. Wie du genau vorgehst, worauf du achten solltest und wie du maximal energiegeladen aus der Zeit der roh veganen Ernährung hervorgehst, erklären wir dir im Folgenden.
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Wenn du nicht mehr kochen kannst, was darfst du dann überhaupt noch essen?

Dies ist eine berechtigte Frage! Wir haben dir eine vereinfachte Liste mit Lebensmitteln zusammengestellt, die du ohne Bedenken essen kannst:
Diese Lebensmittel sind erlaubt:
Gemüse
Obst
getrocknete Früchte
Wildkräuter
kaltgepresste Öle
Nüsse
Körner
Sprossen und Keimlinge (besonders wichtig, wie du noch sehen wirst)
Im Falle einer nicht-veganen Rohkost würden noch Lebensmittel wie rohe Eier, rohes Fleisch, roher Fisch und Rohmilchprodukte die Liste ergänzen. Da hier ein veganer Ansatz verfolgt wird, fallen diese Lebensmittel selbstverständlich weg.
Was nicht verzehrt werden darf, sind folgende Lebensmittel:
behandeltes Getreide (Müslis, zarte Haferflocken, Reisgerichte, Nudeln)
gekochte Hülsenfrüchte
konventionelle Milchprodukte
Fertigspeisen
Backwaren und Brot
industriell gefertigtes Essen, Süßigkeiten, Cracker, Snacks
Auch das Thema Getränke sollten wir an dieser Stelle beleuchten. Grundsätzlich könnte abgeleitet werden, dass auf jegliche Heißgetränke verzichtet werden sollte. Jedoch gibt es bei ungesüßten Tees keinen stichhaltigen Grund, diese nicht zu sich zu nehmen. Anders sieht es bei Kaffee aus. Er wird nicht nur heiß gebraut und stark behandelt, zusätzlich hat er eine säurebildende Wirkung und kann so
Insgesamt sieht eine roh vegane Ernährung folgende Getränke als Teil des Ernährungsplanes vor:
Wasser (möglichst still)
Fruchtsaft (ungesüßt)
Gemüsesaft (ungesüßt)
Tee (ungesüßt)
Im Falle einer nicht-veganen Rohkost würden noch Lebensmittel wie rohe Eier, rohes Fleisch, roher Fisch und Rohmilchprodukte die Liste ergänzen. Da hier ein veganer Ansatz verfolgt wird, fallen diese Lebensmittel selbstverständlich weg.
Auf die folgenden Getränke sollte verzichtet werden:
Softdrinks
Kaffee
Energydrinks
Alkohol
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Kann man mit veganer Rohkost abnehmen?

Machen wir es kurz: nahezu alles deutet darauf hin, dass der Gewichtsverlust mit einer roh veganen Ernährung mitunter am schnellsten geht. Das beweist auch eine der wichtigsten Langzeit-Rohkoststudien aus dem Jahr 1998 der Universität Gießen.

Von 201 Teilnehmern waren 57% bereits untergewichtig und über vier Jahre hinweg verlor jeder Teilnehmer im Schnitt zwischen 10 kg (Männer) und 12 kg (Frauen).

Ein solches Ergebnis ist leicht abzuleiten, da roh vegane Lebensmittel von Natur aus ein großes Volumen und gleichzeitig eine sehr geringe Kaloriendichte aufweisen.

100 g Blumenkohl liefern beispielsweise 25 Kalorien. 100 g Vollmilchschokolade hingegen, schlagen mit 535 Kalorien zu Buche. Würden beide Lebensmittel vergleichsweise gegenübergestellt werden, hätte der Blumenkohl ein deutlich größeres Volumen und würde den Magen schneller füllen.

Als Rohköstler müsstest du daher ein exorbitantes Volumen verzehren, um die gleiche Menge an Kalorien aufzunehmen, die du im Falle einer Kochkost zu dir nehmen würdest, was schier unmöglich wäre.

Die Conclusio lautet also: Ja, vegane Rohkost kann dir beim Abnehmen helfen!

Aber Achtung: Es besteht eine hohe Gefahr in ein Extrem abzurutschen - nämlich ins Untergewicht.
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Wie schnell kannst du mit der veganen Rohkost abnehmen?

Diese Frage kann leider nicht pauschal beantwortet werden, da mehrere Parameter eine Rolle spielen.
Dazu gehören beispielsweise:
Wie viel wiegst du derzeit?
Wie hoch ist der reine Körperfettanteil im Vergleich zu Wasser und Muskelmasse?
Wie schnell ist dein Stoffwechsel?
Welche roh veganen Lebensmittel verzehrst du?
Grundsätzlich gilt, dass du mit einer Ernährung, welche weitestgehend aus Obst und Gemüse besteht, sehr schnell viele Kilos verlieren kannst. 4-5 Kilo pro Monat und mehr sind keine Seltenheit.

Allerdings können mit einem solch rapiden Gewichtsverlust auch ungewollte Nebenwirkungen einher gehen. Symptome wie ständiger Hunger, Kopfschmerzen und Kreislaufprobleme können vermieden werden, indem du dich kontrolliert und langsam an deine Rohkost Diät heranarbeitest.

Zudem solltest du niemals dogmatisch werden. Das heißt: Achte auf deinen Körper und dessen Signale. Wenn du merkst, dass dir das Projekt entgleitet, solltest du lieber hin und wieder Kochkost oder Gedünstetes in deine Ernährung einbauen, anstatt dich wochenlang zu quälen.

Eine normale veganen Ernährung basierend auf einem Mix aus gekochten und rohen Lebensmitteln, kann dir ebenfalls das Abnehmen erleichtern. Vielleicht geht dies weniger schnell, du erlebst dafür aber deutlich mehr Spielraum und Genuss. Hier geht es zu einem Artikel, der dir hilfreiche Tipps zum Thema vegan Abnehmen offenbart.

Wie viel darfst du essen, um mit einer roh veganen Ernährung abzunehmen? + Beispielplan für einen Tag

Diese Frage kann ebenfalls nicht mit klaren Richtlinien beantwortet werden. Alles hängt von deinem individuellen Körper ab. Hältst du dich aber an die roh veganen Ernährungsvorgaben, wird es dir ohnehin leichtfallen, Gewicht zu verlieren.

Gerade in der Übergangszeit von der Kochkost zur rohen Ernährung, empfehlen wir dir Mengen zu essen, die dich vollständig sättigen.

Hier noch ein wichtiger Hinweis: beschränke dich auf geregelte Mahlzeiten und verzichte wenn möglich auf Snacks und Zwischenmahlzeiten. Der Grund dafür ist, dass du deinen Körper an einen gewissen Essensrhythmus gewöhnen solltest, damit sich dein Blutzuckerspiegel ausbalancieren kann und alle Hormone sich im Gleichgewicht befinden. Zwischen den Hauptmahlzeiten zu essen, würde diesen Rhythmus lediglich durcheinanderbringen.

Ein Tagesplan könnte wie folgt gestaltet werden:

Frühstück zwischen 8 und 12 Uhr
Smoothie mit Banane, Spinat, Zimt und Wasser oder gekeimter Buchweizen mit frischen Früchten

Mittagessen zwischen 13 und 16 Uhr
Großer Salat mit gekeimten Linsen, getrockneten Tomaten, Paprika, Jungzwiebel, Lauch und Sonnenblumenkernen oder Zucchini Pasta mit selbstgemachtem Pesto aus Bärlauch, Tomaten, Olivenöl und Zitronensaft

Abendessen zwischen 18 und 20 Uhr 
Gemüsesticks mit Dip (Guacamole, Erdnussbutter, Hummus o.ä.) oder Kokosmilchshake mit Banane und eingeweichten Mandeln
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Warum ist eine roh vegane Ernährung noch vorteilhaft?

Die roh vegane Ernährung ist enorm effektiv um Gewicht zu verlieren, was auf die geringe Kaloriendichte der verzehrten Lebensmittel zurückzuführen ist.

Doch ist dies der einzige Grund, zumindest zeitweise, auf Kochkost zu verzichten? Nicht ganz! Es gibt tatsächlich noch weitere Vorteile, die wir dir nun vorstellen möchten.

Entgiftung

Eine Vielzahl an wasserhaltigen Lebensmitteln schmücken den Speiseplan eines Rohköstlers. Diese bringen obendrein viele entgiftende Helfer mit, wie zum Beispiel Chlorophyll aus grünem Blattgemüse. Dieses reinigt das Blut, unterstützt die Leberfunktion und leitet Schwermetalle aus. Andere Entgiftungshelfer sind Vitamin C (in Rohkost besonders reichlich enthalten), Zink, diverse B-Vitamine, sowie Ballaststoffe und Bitterstoffe.

Zusätzlich belastest du deinen Körper deutlich weniger durch schadstoffverseuchte und darmbelastende Nahrungsmittel.
Dazu gehören beispielsweise:
Fertig-Backwaren
Massentierhaltungs-Güter (Fleisch, Milch, Eier, Fisch)
Fertiggerichte und Konserven
konventionelle/r Wurst und Käse
Softdrinks
industriezuckerhaltige Süßigkeiten
Doch Vorsicht: Ein zu abrupter Einstieg in die rohköstliche Ernährung kann eine starke Entgiftungsreaktion hervorrufen, die mitunter unangenehme Symptomatik wie Kopfschmerzen, Übelkeit und Durchfall zur Folge haben kann. Erlaube deinem Körper eine gewisse Eingewöhnungszeit und habe Geduld. Mehr zu diesem Thema erklären wir weiter unten im Text.

Fokus und Konzentration

Dass der Körper mit weniger Schadstoffen fertig werden muss und im Laufe der Zeit immer mehr Schlackestoffe aus den Organen eliminiert werden können, lässt ihn nach und nach fitter werden - eigentlich logisch, oder?

Die Energie, die der Körper in die Schadstoff-Regulierung investiert hat, kann er nun in kognitive und körperliche Leistungsfähigkeit stecken. Du wirst demnach weniger Schwindel, Müdigkeit und Antriebslosigkeit verspüren.

Zusätzlich wird deinem Verdauungstrakt, aufgrund der leichter verdaulichen und saubereren Kost, eine Menge Arbeit abgenommen.

Maximal ökologisch

Nicht nur, dass du durch eine vegane Rohkost der Massentierhaltung den Rücken kehrst, du verbrauchst auch weniger Energie im Haushalt, die vorher für das Kochen, Backen und Braten aufgewendet wurde. Diese Tatsache kommt bei unserem Planeten sicherlich sehr gut an!

Wenn du zusätzlich noch darauf achtest möglichst regionale Lebensmittel zu verzehren und auf exotische Superfoods und Früchte-, Getreide- oder Gemüsesorten zu verzichten, kannst du dir in Sachen Klimaschutz kaum noch etwas vorwerfen.

So gelingt der Umstieg auf Rohkost reibungslos

Vegane Rohkost ist eine äußerst eingeschränkte Ernährungsform und damit relativ extrem. Du solltest dich daher niemals ohne fundiertes Wissen in dieses Ernährungsschema hineinpressen. In diesem Abschnitt geben wir dir ein paar wichtige Grundlagen mit auf den Weg, damit dir der Einstieg leichter fällt.

Nicht von heute auf morgen!

Bei der Frage wie schnell du deine Ernährung umstellen solltest kommt es sicherlich darauf an, welche Ziele du verfolgst. Möchtest du schnell ein paar Pfunde verlieren oder suchst du eine langfristige Lösung, die Rohkost zumindest größtenteils in dein Leben zu integrieren?

Ersteres kannst du gerne sofort umsetzten und ausschließlich Obst, Gemüse und Nüsse verzehren. Leider ist es jedoch Fakt, dass du nach dieser Diät dein Gewicht nur sehr schwer wirst halten können.

Solch eine abrupte Umstellung, gepaart mit einem starken Kaloriendefizit, gleichen einem Notzustand für deinen Körper, den er schnellstmöglich wieder verlassen will. Besser ausgedrückt: Dein Körper nimmt den Zustand der extremen Energierestriktion als lebensbedrohlich wahr! Er wird deshalb, nach der Diät, das Defizit wieder ausgleichen wollen, um den vorherigen Notstand auszubalancieren. Heißhungerattacken und der klassische Jojo-Effekt sind vorprogrammiert.
Du solltest dir aus folgenden Gründen 2-4 Wochen Zeit nehmen, um deinen Körper an die neue Ernährungsweise zu gewöhnen:
Damit dein Darm die notwendigen Enzyme produziert
Damit du dich an das hohe Volumen und die Ballaststoffe gewöhnen kannst
Damit du erste Rezepte ausprobieren kannst
Damit dein Körper keine Achterbahnfahrt durchmachen muss
Für die Übergangszeit lohnt es sich somit, eine Mahlzeit (idealerweise das Mittagessen) durch eine Rohkost-Mahlzeit zu ersetzen. Zu dieser Tageszeit ist das Verdauungsfeuer am stärksten. Alternativ kannst du pro Woche 2-3 roh vegane Tage bestimmen.

 Gewürze

Verdauungsfördernde Gewürze zu sich nehmen. Ein großes Manko der Rohkost sind die anfänglichen Verdauungsprobleme. Manche Lebensmittel (insbesondere stärkehaltige Gemüsesorten, sowie Nüsse und Samen) fühlen sich im Magen sperrig an.

Daher lohnt es sich, sowohl während der Übergangszeit als auch während der vollen Rohkostphase, auf verdauungsfördernde Gewürze zurückzugreifen. Dazu zählen Kurkuma, Ingwer, Chili, Pfeffer oder Koriander. Vorteilhaft ist, dass diese von innen heraus wärmend wirken.
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Keimlinge und Sprossen!

Nur Obst und Gemüse essen? Weit gefehlt! Keimlinge und Sprossen zum Zentrum deiner Ernährung machen. Ein großes Problem vieler Rohköstler ist es, dass sich ihre Ernährung nur auf Gemüse und Obst beschränkt und dadurch zu wenig Kalorien und Nährstoffe aufgenommen werden. Vor allem Fette und Proteine kommen auf diese Weise zu kurz.

Wenn du jedoch Getreide, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen einweichst und anschließend keimen lässt, eröffnet sich dir ein riesiges Universum an ungeahnten Sattmachern und Nährstoffbomben.

Durch das Einweichen und den anschließenden Keimprozess, werden zum einen Toxine/Antinährstoffe wie zum Beispiel Phytinsäure und Lectine abgebaut und zum anderen hochwertige Vitalstoffe vervielfacht. Durch die Keimung wird die biologische Wertigkeit erhöht, essenzielle Fettsäuren gebildet und jede Menge Mineralien bioverfügbar gemacht. Sobald der Keim eines Samens sprießt, wird die Pflanze im wahrsten Sinne zum Leben erweckt!

Ergo: Du kommst in den Genuss von toxinfreien, hochgradig vitalstoffreichen und lebendigen Lebensmitteln, die gerade anfangen zu wachsen!

Es gibt eine Vielzahl an Saaten, die sich keimen lassen. Manche eignen sich als Hauptmahlzeit, andere eher als Nährstoff-Booster in Salaten o.ä.
Keimlinge für Hauptmahlzeiten:
Buchweizen
Linsen (hier auf Ballaststoffe achten)
Mungobohnen
Kichererbsen
Keimlinge für Zusatz:
Sojasprossen
Brokollisprossen
Bockshornklee
Alfalfa
Rettich
Radieschen
Allein zum Einweichen über Nacht eignen sich:
Nüsse (Mandeln, Walnüsse usw.)
Körner (Sonnenblumenkerne, Leinsamen, Chiasamen usw.)
Jedes Getreide, jede Hülsenfrucht und jede Saat hat andere Anforderungen an den Einweich- und Keimprozess. Im Internet findest du hinsichtlich der Keimzeiten und der Vorgehensweise genaue Anleitungen.

Für unterwegs

Zuhause ist es relativ einfach, sich roh vegan zu ernähren. Doch was kannst du tun, wenn du unterwegs bist, auf Ausflügen, bei der Arbeit oder auf Partys? Zunächst einmal möchten wir dich daran erinnern, nicht allzu dogmatisch zu sein. Wenn du abends eingeladen bist und es gekochte Speisen gibt, darfst du dir ruhig einmal etwas gönnen. Du wirst dadurch weder krank, noch wirst du über Nacht 3 Kilo zunehmen.
Was zählt ist der Alltag. Hier kommt es unterwegs darauf an, dass du gut vorbereitet bist. Sprich:
immer ein paar eingeweichte Nüsse dabeihaben
Decke dich mit Rohkost-Riegel ein, wie beispielsweise von den Marken „Lifefood“, „MyRawJoy“ oder „Rohköstlich“
Nimm dir ein paar Gemüsesticks und einen Dip mit (Avocado, Tahin, naturbelassene Erdnussbutter, Mandelbutter, Cashewcreme oder Hummus)
Bereite dir eine Mahlzeit am Morgen oder Vortag vor und transportiere sie in einer Tupperwar

Einstiegsplan

Der Einstiegsplan für die ersten 4 Wochen:
1-3 Rohkost-Tage in der Woche bestimmen oder jeden Tag nur das Mittagessen durch Rohkost ersetzen
Sprossengläser und Keimlinge kaufen (gibt es in Bioläden oder Supermärkten)
Immer für frische Sprossen und Keimlinge sorgen. Das mag auf den ersten Blick sehr aufwendig scheinen, du sparst hierdurch allerdings die Zeit des Kochprozesses
Verschiedene Rezepte ausprobieren
Mahlzeiten einkalkulieren, die groß genug sind. Iss ruhig, bis du satt bist!
Keine Süßigkeiten oder salzige Snacks essen, denn diese triggern Heißhunger. Lieber auf Trockenfrüchte und Nüsse als Snacks zurückgreifen

Kritik an der Rohkost - ist diese Ernährung nachhaltig?

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So effektiv die roh vegane Ernährung in Bezug auf das Abnehmen sein kann, so umstritten ist sie in Sachen Durchführbarkeit über lange Zeit. Nur sehr wenige Menschen können von sich behaupten, über mehrere Jahre oder Jahrzehnte strikt rohköstlich gelebt zu haben.

Letztendlich ist und bleibt die vegane Rohkost eine sehr extreme Ernährungsform, die vor allem im Alltag schwer umzusetzen ist. Was viele dennoch vergessen ist, dass niemand dazu verpflichtet ist, jeden Tag zu 100% rohköstlich zu essen.

Es reicht vollkommen aus, wenn du zunächst ein Drittel und später vielleicht sogar die Hälfte deines Speiseplans durch vegane Rohkost ersetzt und den anderen Teil mit reichhaltiger veganer Kochkost füllst. Auch sollte es nicht der Sinn der Sache sein, ständig das Gefühl von Verzicht zu haben. Gerade unterwegs oder auf Feierlichkeiten sollte es völlig in Ordnung sein, Ausnahmen zu machen. Andernfalls wirst du dich frustriert fühlen und die Ernährungsweise vollständig aufgeben.

Wenn dir das Thema vegane Rohkost zu extrem ist, nimm doch einfach an unserer 30-Tage-Vegan-Abnehmen Challenge teil. Hier zeigen wir dir, wie du mit einer normalen veganen Ernährung recht schnell und nachhaltig ein paar überschüssige Kilos verlieren kannst.

Die wichtigsten Nachteile der Rohkost zusammengefasst:

Schwierigkeit
Die Schwierigkeit deinen Kalorienbedarf zu decken, was mittel- bis langfristig zu Untergewicht führen kann.

Geschmack und Aroma
Geschmäcker und Aromen kommen nicht richtig zur Geltung, da für diese Prozesse Hitze notwendig ist.



Einstieg
Gerade der Beginn kann sich schwerfällig anfühlen, da die Verdauung sich erst einmal umstellen muss. Häufige Begleiterscheinungen sind Blähungen und Verstopfungen. Achte darauf, dass du nicht zu viele Ballaststoffe verzehrst, um diesem Problem entgegenzuwirken.





Muskelaufbau
Rein vegane Rohkost eignet sich nicht, um Gewicht bzw. Muskeln aufzubauen. Rein theoretisch ist dies zwar möglich, wir sollten in diesem Punkt allerdings realistisch bleiben. Es gibt nur wenige Ausnahmen der Regel und es ist nicht sichergestellt, ob diese Menschen sich tatsächlich strikt roh vegan ernähren. Insofern ist eine roh vegane Ernährung auch keine nachhaltige Lösung für (Leistungs-) Sportler.

Zeitfaktor
Es braucht viel Zeit, um den richtigen Weg für sich zu finden. Auch die Gießener Rohkoststudie bestätigt, dass diese Ernährungsweise auf der einen Seite zu einer erhöhten und auf der anderen Seite zu stark reduzierter Nährstoffaufnahme führt. Manche Nährstoffe wie etwa Vitamin C sind in rohem Gemüse zuhauf vorhanden, während andere wie Vitamin A oder E erst durch das Erhitzen von Lebensmitteln optimal aufgenommen werden können.

Mit Rohkost abnehmen, die 7 Vor- und Nachteile

Rohkost Vorteile zum Abnehmen

  1. Viele Nahrungsmittel mit wenig Kalorien, die dafür aber ein hohes Volumen haben
  2. Es ist leicht, ein Kaloriendefizit zu erreichen
  3. Rohkost Diät ist zeitgleich eine entgiftende Diät
  4. Wenig Zeit und Energie für das Kochen notwendig
  5. Sehr ökologische und klimafreundliche Ernährung
  6. Gewichtsabnahme findet schnell statt
  7. Lebensmittel sind nicht teuer

Rohkost Nachteile zum Abnehmen

  1. Schwer als langfristige Ernährungsweise umzusetzen, da es schnell zu Untergewicht kommen kann
  2. Gerade am Anfang fühlt man sich unbefriedigt
  3. Genaue Auseinandersetzung mit Inhaltsstoffen notwendig
  4. Keimen und Einweichen von Saaten und Nüssen nimmt viel Planung in Anspruch
  5. Geschmacks- und Aromaerlebnisse sind begrenzt
  6. Darmflora muss sich umstellen, was zu Blähungen führen kann
  7. Mit Freunden ausgehen oder Essengehen wird schwieriger

Fazit: Rohkost hat definitiv einen Platz in deiner Ernährung verdient

Wenn du bisher noch gar nicht mit Rohkost vertraut bist, könnte dieser Artikel eventuell verwirrend für dich sein. Das Problem ist, dass bei der Suche nach der optimalen Ernährungsweise stets das Gleiche gilt: Es gibt kein schwarz und weiß.

Dass Rohkost gesund sein kann und insbesondere für die Entgiftung und den Gewichtsverlust ideal ist, bleibt unumstritten. Wenn es jedoch um die langfristige Durchführbarkeit geht, ist diese Ernährungsform nicht optimal. Deswegen lautet unser Appell an dich: Sei nicht zu engstirnig!

Taste dich langsam an dein Ziel heran, indem du eine Mahlzeit pro Tag oder 2-3 Tage in der Woche gänzlich roh vegan gestaltest.

Höre auf deinem Körper und mache Ausnahmen, wenn es sich gut für dich anfühlt.
Versorge dich auch im rohköstlichen Rahmen vielseitig mit viel buntem Gemüse, leckerem Obst und sättigenden Keimlingen/Sprossen.

Wenn du zusätzlich auf Fast Food, Industrie-Essen, Zucker und ungesundes Fett verzichtest, bist du auf der sicheren Seite und wirst ganz automatisch abnehmen.

Wir hoffen, dass du mit diesem Artikel etwas klarer auf die Rohkost blickst und eine fundierte Entscheidung für dich treffen kannst. Falls dir die Rohkost eine Spur zu extrem ist, schau doch mal bei unserem Vegan-Abnehmen-Plan vorbei.

Viel Erfolg und alles Gute!
Dein Gesund macht Schlank Team

Mache jetzt den GRATIS Stoffwechsel-Test, finde heraus, warum du nicht abnimmst und erhalte deine perfekte Lösung in unter 2 Minuten!

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